#SaveTheDay

Was trennt John F. Kennedy von zeitreisenden Aliens? Ein Tag.

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr habt eine tolle Idee. Aber ihr habt kein Geld. Stellt euch vor, es geht darum, eine Science-Fiction-Fernsehserie zu erschaffen. Aber Raumschiffe dürfen nicht vorkommen. Zu teuer. Aussichtslos, möchte man meinen. Aber Not macht erfinderisch. Das Geld reicht zwar nicht für ein Raumschiff, aber irgendwo kann man eine blaue Polizeitelefonzelle auftreiben. Kurzerhand spendiert man dem nicht realisierbaren Zeitreiseraumschiff einen kaputten Tarnmechanismus, der dafür sorgt, dass es immer aussieht wie eine britische Polizeitelefonzelle. Am 23. November 1963, genau einen Tag nach der Ermordung John F. Kennedys, geht die neue Serie im britischen Fernsehen auf Sendung: Doctor Who war geboren.

Seit dem bereist also ein zeitreisender Außerirdischer mit zwei Herzen, der immer nur „Doctor“ genannt wird und niemals seinen Namen verrät, die Weltgeschichte, das Universum, fremde Welten… Begleitet wird er dabei von wechselnden „Companions“, also Freunden oder „Begleitern“.

Ein paar Jahre später hat man mit der Serie das nächste Problem. Der äh… Hauptdarsteller… muss… äh… ausgetauscht werden. Die Companions wechseln eh schon. Jetzt soll der Doctor ausgetauscht werden. Quasi die einzige Person, die Serie wirklich ausmacht. Dabei soll aber keine neue Serie entstehen. Es soll nur einen neuen Hauptdarsteller geben, der dann den Doctor spielen soll. Unmöglich? Nein. Man erfindet die „Regeneration“. Wenn ein Time Lord wie der Doctor stirbt, ist er nicht einfach tot, sondern erhält einen neuen Körper, ein neues Gesicht, teilweise eine neue Persönlichkeit. Aber er lebt weiter. Mit diesem Trick kann man nun den einzigen Hauptdarsteller neu besetzen und die Serie kann weiter gehen. Und das Ganze klappt so gut, dass das — mit ein paar Unterbrechungen — jetzt schon 50 Jahre, 33 Staffeln und über 800 Folgen so geht. Damit ist Doctor Who die wahrscheinlich erfolgreichste Science-Fiction-Serie überhaupt.

Seit die Serie 2005 generalüberholt wurde (was auch schon über 100 Folgen und 7 Staffeln her ist), muss man sich technisch vor aufwendig produzierten amerikanischen Serien nicht verstecken. Trotzdem ist Doctor Who in Deutschland nur wenig bekannt. Zu unrecht wie ich finde. Doctor Who ist witzig und spannend. Doctor Who ist anders. Immer noch Mainstream, klar. Aber kein Einheitsbrei.

Einen Teil der Einzigartigkeit macht die Person des Doctors aus. Er ist irgendwie alt und jung zugleich. Entweder ein kindischer tausendjähriger oder ein junger Kerl, der ungewöhnlich viel erlebt hat. Und irgendwie beides. Der Doctor ist begeisternd und fröhlich; manchmal aber auch traurig und melancholisch. Wenn er etwas nicht ist, dann eindimmensional. Die Qualität der Drehbücher schwankt natürlich, wie das bei Serien eben so ist. Insgesamt ist diese aber durchweg überdurchschnittlich.

Mittlerweile gibt es einen Trailer zur Jubiläumsfolge:

Sieht schonmal vielversprechend aus. Insbesondere John Hurt als „War Doctor“ macht Eindruck. Ich bin gespannt.

Die Sendezeiten der einzelnen Sondersendungen gibts bei DoctorWhoTV.

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