Wie behandelt man eigentlich Akkus?

Die Frage hab ich mir grad letztens mal wieder gestellt. Man will ja die Lebensdauer seiner Akkus nicht unnötig verkürzen. Dass es den berüchtigten Memory-Effekt bei den aktuellen Lithium-Akkus nicht mehr gibt, ist ja mehr oder weniger bekannt. Was aber nun wirklich zu beachten ist, ist gar nicht so leicht heraus zu finden. Im Netz findet man teilweise widersprüchliche Informationen. Auch kann sich durch den technischen Fortschritt so einiges geändert haben (und so wie ich das sehe, hat es das auch). So findet man massig Material aus zweifelhaften Quellen und weiß hinterher nicht mehr so richtig, was man denken soll. Und weils so schön ist, spendiere ich dem Netz eine weitere fragwürdige Quelle. 😉

Hier erstmal zwei Links, die vielleicht ganz interessant sind:

Folgendes meine ich, herausgefunden zu haben:

  • Die Ladeelektronik moderner Akkus verhindert das Überladen. Das ist auch sehr wichtig.
  • Ebenso verhindert die (Ent-)Ladeelektronik das Tiefentladen. Das heißt, dass der Verbraucher sich lieber vorher abschaltet bzw. die Akkuelektronik die Leistungsabnahme verweigert, bevor der Akku wegen Tiefentladung kaputt geht. Man kann da also fast nichts falsch machen.
  • Dieses „fast“ bezieht sich auf die Lagerung. Ein Lithium-Akku hat eine Selbstentladungsrate von etwa 1-2% pro Monat. Ein fast leerer Akku kann sich also trotz der intelligentesten Elektronik bei langer Lagerung langsam weiter entladen (d.h. Tiefentladen werden) und damit Schaden nehmen.
  • Längere Zeit mit voller Spannung tut dem Akku wohl auch nicht gut (aufgrund irgendwelcher chemischer Degenerierungs-Prozesse, die durch die hohe Spannung begünstigt werden oder so).
  • Ähnliche oder andere lebensdauerverringernde Prozesse gibt es wohl auch irgendwie bei niedrigem Akkustand.
  • Man lagert einen Lithium-Akku also am besten in etwa halb-vollem Zustand. Ob „halb-voll“ 40%, 50%, 60% oder 75% heißt, ist wohl strittig. Ich hab auch schon die Empfehlung gelesen, den Akku leer zu lagern. Diese Empfehlung kann ich aber nicht logisch nachvollziehen.
  • Ein weiterer limitierender Faktor ist die Zahl der Ladezyklen. Akkus verkraften nur eine endliche Zahl an Ladezyklen und gehen danach langsam kaputt. Das sind bei Lithium-Akkus so irgendwas zwischen 300 und 800 Zyklen.
  • Daraus ergibt sich, dass man je nach Nutzung an nem Akku hoffentlich mindestens ein Jahr Spaß haben sollte und Lebensdauern von mehr als eins-zwei Jahrzehnten utopisch sind.
  • Darüber, inwieweit sich halbe Ladezyklen anteilig anrechnen lassen, herrscht wohl irgendwie Uneinigkeit. Auch ist mir nicht ganz klar, ab welchem Ladezustand die unvorteilhaften Prozesse nun wirklich eine Rolle spielen. Ob man jetzt also besser regelmäßig von 50% auf 100%, von 10% auf 100%, von 50% auf 90% oder anders laden soll, ist mir immer noch unklar.
  • Mini-Ladezyklen, wie sie z.B. auftreten können, wenn man ein Notebook ständig am Netz betreibt ohne den Akku zu entfernen, sind wohl eher weniger gut.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Temperatur. Die ideale Betriebstemperatur liegt wohl zwischen 20 und 40°C. Das ist für Handys ziemlich problemlos, bei Notebooks aber nur selten erreichbar. Auch das ist wohl der Gesundheit der Akkus abträglich. Und natürlich sollte man Akkus (Handys…) nicht nachts im kalten Auto lassen (oder im Sommer im heißen Auto).
  • Über Lagertemperatur liest man unterschiedliches. Von Kühlschrank bis Zimmertemperatur.
  • Lithium-Akku ist nicht gleich Lithium-Akku. Es können unterschiedliche Materialien verwendet werden und diese können auch noch in unterschiedlicher Qualität verarbeitet sein und von unterschiedlicher Reinheit sind. Und das hat wohl einen bedeutenden Effekt auf die Lebensdauer. Und man sieht das den Akkus nicht an.
  • Lithium-Polymer-Akkus haben eine höhere Energiedichte (sind also bei gleicher Kapazität kompakter und eignen sich deshalb besonders für Mobilgeräte. Allerdings verkraften sie etwas weniger Ladezyklen als „normale“ Lithium-Ion-Akkus.
  • Zudem ist die Leistungsabnahme des Gerätes bzw. die Dimensionierung des verwendeten Akkus entscheidend für die Akkulebensdauer. Unterdimensionierte Akkus altern auch schneller.
  • Alles in Allem ist eine gewisse Alterung also gar nicht zu vermeiden. Da Akkus vor dem Kauf u.U. ja auch noch ne Zeit lang gelagert werden und der Alterungsprozess da natürlich auch schon läuft, muss man hoffen, dass man keine allzu alten Akkus kauft. Das Herstellungsdatum steht da nur sehr selten drauf.
  • Aufgrund der generellen Alterung macht es also wohl auch wenig Sinn, gleich ein Ersatzakku mit dem Gerät mitzukaufen. Außer vielleicht man benutzt beide Akkus alternierend.

Mein Fazit:

  • Ich werde Akkus in halb-vollem Zustand bei Zimmertemperatur lagern und alle zwei, drei Monate den Akku ggf. wieder auf halb-voll bringen.
  • Als Kompromisslösung versuche ich Akkus von 25 auf 100% zu laden.
  • Bei längerem Netzbetrieb werde ich den Akku entfernen und wie oben beschrieben „lagern“.
  • Ich gehe mal davon aus, dass unter realen Bedingungen ein häufig genutzter Akku auch bei guter Pflege nicht viel länger als 3-4 Jahre hält.

So richtig sicher bin ich mir aber irgendwie immer noch nicht, ob das das Richtige ist. Ich könnte natürlich beim jeweiligen Hersteller nachfragen. Ob ich da aber jemanden kriege, der a) Ahnung hat (und nicht nur einen 08-15-geschulten Support-Mitarbeiter) und mir b) auch die ungeschönte Wahrheit erzählen will, ist fraglich. Bis auf weiteres werde ich also wohl meinem gepflegten Halbwissen vertrauen müssen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.