Bedienungsanleitung: Christian

Vor kurzem wurde unsere Abteilung umstrukturiert und im Zuge dessen hab ich das Team gewechselt. Als Teambuilding-Maßnahme haben wir uns einen ganzen Tag mit einer externen Moderatorin Zeit genommen, um uns als neu zusammengestelltes Team besser kennen zu lernen. Der Tag war insgesamt ganz produktiv. Eine Sache fand ich aber besonders hilfreich: So banal das auch klingen mag, wir haben uns einfach mal darüber unterhalten, wie wir so funktionieren. So im Sinne von „Vor dem Kaffee bitte nicht ansprechen“, „wenn ich schlecht gelaunt bin, hilft mir Humor“ oder eben: „wenn ich schlecht gelaunt bin, hört bloß auf mit dummen Sprüchen“. Wir alle wollen ja gut zusammen arbeiten. Aber gerade, wenn man sich noch nicht lange kennt, sind das hilfreiche Infos, über die man aber selten redet und die man i.d.R. erst mit der Zeit mitkriegt.

Wir haben das mündlich gemacht, aber vielleicht druck ich mir das aus und hänge es an die Wand. Tagsüber wird das niemand lesen, aber morgens früh oder Abends spät, wenn ansonsten niemand da ist, liest man ja doch mal, was da an der Wand hängt. Und die „Bedienungsanleitungen“ von allen Kollegen kann man sich ja eh nicht alle merken. Hier ist also meine:

In welcher Umgebung arbeitest du am liebsten?

Ich bin kein Mensch für Einzelbüros. Ich mag es, Menschen um mich zu haben und mit zu kriegen, was im Team passiert. Ich kann dafür aber auch sehr gut alles um mich herum ausblenden. Wenn ich konzentriert bin, kann es sogar sein, dass ich noch nicht mal merke, wenn mich jemand anspricht. Das ist nicht böse gemeint und man darf dann auch ruhig auf sich aufmerksam machen.

Im Sommer mag ich die Klimaanlage, im Winter die Heizung und ansonsten die Tür gerne offen, um zu zeigen, dass jeder gerne auf mich zugehen kann.

Was bringt dich auf 180?

Ich kann in der Sache sehr wohl streiten und tue das regelmäßig. Aber das muss immer auf wertschätzende Art und Weise passieren. Ich mag sachlichen Argumentationsaustausch und ansonsten ein harmonisches Miteinander.

Auch, wenn ich in der Sache energisch bin, kann ich doch sehr gut sachlichen Streit von persönlichen Angriffen unterscheiden. Damit ich böse auf jemanden bin, muss man das schon explizit provozieren. Und das passiert extrem selten.

Was ich tatsächlich gar nicht gern habe, ist, wenn man mich in blödsinnige Richtung micromanagt, mir unnötige Bürokratie aufzwängt und mir technisch und fachlich schlechte Lösungen diktiert. Sowas macht mir schlechte Laune. Persönliche Angriffe und Vorwürfe gegen mich oder gegen andere kann ich nicht ausstehen.

Wie merkt man, dass du wütend bist?

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich bin echt selten wütend. Wenn ich schlecht gelaunt und sehr gestresst bin, reagiere ich manchmal kurz angebunden und bin ungeduldig. Das tut mir dann leid.

Wie reagiert man dann am besten?

Man kann mich gerne darauf ansprechen. Alles kein Problem. Nachtragend bin ich auch nicht und auf ein freundliches Wort werde ich auch freundlich antworten.

Wie willst du Feedback haben?

Gerne direkt, gerne viel und gerne auch negativ (also negativ-konstruktiv, nicht negativ-destruktiv). Man muss mich sicher nicht mit Samthandschuhen anfassen.

Nochwas?

Ich behalte gerne den Überblick und komme eher mit unfertigen Informationsständen als mit Geheimniskrämerei klar. Ein „wir überlegen XY zu tun, sind uns aber noch nicht sicher“, ist vollkommen OK. Selbst dann, wenn die Idee bald wieder über den Haufen geworfen wird.

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